Neues Betätigungsfeld: Marketing für Enwired.

Stromausfall bei 35 °C: Eine Nacht zwischen Kerzenlicht, Nachbarschaftshilfe und der Erkenntnis, wie wertvoll eigene Energie wirklich sein kann.

Neues Betätigungsfeld: Marketing für Enwired.
Umwelt
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So schnell ändert sich meine Sichtweise.

Noch nie habe ich so „gelitten“ wie jetzt, seit ich hier arbeite und somit weiß, was ich vermisse.

Innerhalb von 24 Stunden hat es mich gleich zweimal erwischt.

Heute Nacht: Stromausfall. Bei 35 °C Raumtemperatur. Ich habe kurzerhand alle Solar-Lampions und Gartenlichter ins Haus geholt, damit wenigstens ein bisschen Licht da war. Mein kleiner “PV-Besitz” hat sich tatsächlich ausgezahlt.

Schlafen? Ohne Ventilator? Keine Chance.

Heute Morgen war der Strom zum Glück wieder da. Der Kaffee war gerettet. Mein Kühlschrank zeigte allerdings stolze +15 °C an.

Das nächtliche Dorf-Meeting habe ich sogar genossen.

Die eine Nachbarin steht mit Baby auf dem Arm da und fragt sich, wo sie jetzt warmes Wasser für das Fläschchen herbekommt. Die Jungs von der Feuerwehr laufen Streife und besetzen brav den Notfall-Anlaufpunkt. Alle tauschen sich darüber aus, wer noch mobiles Netz hat, und trotz gleichem Anbieter schwanken die Aussagen hier erheblich. Leider bringt unsere WhatsApp-Dorfgruppe Informationstechnisch auch nichts, wenn kein Empfang vorhanden ist. Wenigstens der Straßenfunk informiert darüber das ein Trafo hochgegangen ist und nicht nur unser Dorf,  sondern die gesamte Heberbörde stromlos sein soll. Die nächste Nachbarin kommt im Schlafanzug mit drei Einkaufstaschen vorbei, in denen sie den Inhalt ihrer Gefriertruhe hat, den sie zu ihrer Tochter bringen will. Diese hat einen Speicher und ist vom Stromausfall nicht betroffen. Auf dem Rückweg bringt sie gleich noch zwei Thermoskannen mit heißem Wasser für die Nachbarin mit dem Baby vorbei. So funktioniert Nachbarschaft.

Vielleicht würde mir mit einer eigenen PV-Anlage, Speicher und Notstromfunktion ein bisschen Abenteuer fehlen. Aber ehrlich? Ich hätte trotzdem lieber genau das Gesamtpaket, das meine Firma anbietet. Seit ich weiß, was möglich ist, weiß ich auch, was mir noch fehlt.

Apropos fehlt: Morgens ging es gleich weiter.

Mein Sohn mahnt: „Denkt dran, noch zu tanken, die Subvention endet morgen.

Also übernächtigt und im Zeitstress nach Wiederinbetriebnahme des ganzen Hauses noch fix zur Tankstelle.

Fix dachte ich, vor mir standen dann aber 15 Autos. Offenbar hatten alle dieselbe Idee. Auch die Gemüter waren teilweise so erhitzt wie die Luft.

In der Firma angekommen steht Pauls E-Auto einsam und verlassen an seine Wallbox angeschlossen und lädt, während mein Kollege schon fleißig arbeitet. Ich denke: „Lädst du schon oder tankst du noch?“

Ich setzte ich mich hin und versuche noch ein wenig „Werbung“ für dieses Unabhängigkeits-Wunderpaket zu machen, das jetzt langsam ganz oben auf meine Wunschliste rückt.

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